Zitat der Woche

Manchmal gelingt es, Probleme zu lösen, ohne das man wirklich weiß, warum. Besonders im pädagogischen Kontext sind die Wirkungszusammenhänge so schwer zu fassen, dass man oft (und meistens unbewusst) blind handelt. Und sich dann am Ende wundert, dass die schönen Ziele irgendwie nicht erreicht werden konnten. Kein Wunder, dass es ein Pädagoge war, der in den 70er-Jahren schrieb:

Wer nicht weiß, wohin er will,
braucht sich nicht zu wundern, wenn er ganz woanders ankommt!

Zitat der Woche

Oft liegen zum Jahreswechsel Aufbruchstimmung und Melancholie dicht beieinander. Man trauert dem Vergangenen hinterher oder baut auf die Zukunft, von der man Bestes erwartet und für die man sich nicht selten Gutes vornimmt. In diesem Kontext kann das aktuelle Zitat der Woche als ein Appell verstanden werden, das Hier und vor allem das Jetzt zu leben.

Jetzt sind die guten alten Zeiten,
nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.

Das Zitat zum Jahreswechsel stammt von Peter Alexander Ustinov (1921-2004).

Zitat der Woche

Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand den Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“ in eine der Trauerkarten geschrieben hat. Vielleicht weil alle wissen, das Ludwig Marcuse Recht hat wenn er sagt:

Die Zeit heilt nicht alles;
aber sie rückt vielleicht das Unheilbare aus dem Mittelpunkt.

Zitat der Woche

In der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikum Aachen bekam ich vor kurzem einen Flyer von einer der dort betreuenden Ärztinnen. Ich muss gestehen, ich laß nur eine Seite des Infoflyers.  Auf der stand ein Zitat aus „Die Büder Löwenherz“ „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren.

Lange saßen sie dort,
und hatten es schwer,
doch sie hatten es gemeinsam schwer,
und das war ein Trost.

Leicht war es trotzdem nicht.

Zitat der Woche

Passend zur (potentiellen) Weltwirtschaftskrise:

Gewinn ist so notwendig wie die Luft zum Atmen, aber es wäre schlimm, wenn wir nur wirtschafteten, um Gewinne zu machen, wie es schlimm wäre, wenn wir nur lebten, um zu atmen.

Passenderweise stammt dieses Zitat von Hermann Josef Abs (1901-1994) der seinerzeit Bankier war!

Zitat der Woche

Nachdem ich beim letzten Zitat angekündigt hatte, künftig darauf verzichten zu wollen, das „Zitat der Woche“ in einen aktuellen Kontext zu stellen, weiche ich schon jetzt wieder davon ab.

Im Moment kann sich die Medien- und Nachrichtenwelt nicht beschweren, es fehle ihnen an Dingen, über die berichtet werden könnte. Fast täglich erreichen uns neue Botschaften im Kontext der Weltwirtschaftskrise, es gibt eingestürzte Gebäude in Köln, Amokläufe in Amerika und Deutschland und den Fritzl-Prozess in Östereich. Und immer beschäftigt uns und damit unsere Medien auch das „Warum?“.

Ich möchte mit dem aktuellen Zitat der Woche an eine Rede des Bundespräsidenten a.D. Johannes Rau vom 03. Mai 2002 anlässlich einer Trauerfeier für die Opfer des Erfurter Amokläufers erinnern.

Manchmal muss man sich damit Abfinden, dass es keine einfache Erklärung gibt. Keine leicht fassbare und schon gar keine isolierte Ursache. Manchmal reicht es einfach nicht aus, „Killerspiele“ als Ursache zu feiern, auch wenn es uns das Leben mit solchen Taten vielleicht erleichtern würde.

(Hervorhebungen von mir)

Liebe Lehrerinnen und Lehrer, Liebe Schülerinnen und Schüler, Liebe Erfurterinnen und Erfurter,

in dieser Stunde gedenken wir der Opfer des schrecklichen Verbrechens vom vergangenen Freitag. Ein ganze Woche ist vergangen, aber das Entsetzen hat uns nicht verlassen. […]

Schüler haben ihre Lehrer und Mitschüler für immer verloren. Lehrer trauern um ihre Kollegen, eine Schule um ihre Mitarbeiterin, Eltern fassen nicht den Tod ihrer Kinder, Polizeibeamte beklagen den Tod eines Kollegen.

In Familien, in Freundschaften, in Nachbarschaften, in ganz Erfurt hat der Tod eine furchtbare Spur gezogen und tiefen Schmerz gebracht.

Sie sind ihrer Trauer nicht allein. Die Nachricht hat in ganz Deutschland und vielen Teilen der Welt Entsetzen, Trauer und Mitgefühl ausgelöst. Wir sind ratlos. Wir hatten nicht für möglich gehalten, dass so etwas bei uns geschieht.

Wir sollten unsere Ratlosigkeit nicht zu überspielen versuchen mit scheinbar nahe liegenden Erklärungen. Wir sollten uns eingestehen: Wir verstehen diese Tat nicht. Wir werden sie – letzten Endes – auch nie verstehen können.Weiterlesen »

Zitat der Woche

In der letzten Zeit habe ich versucht, das „Zitat der Woche“ in irgendeinen Kontext einzubetten (manchmal auch mit dem Holzhammer 😉 ). Das ist der Hauptgrund, warum sich das Zitat der Woche immer mehr zu einem Zitat des Monats entwickelt hat. In Zukunft werde ich einfach wieder darauf verzichten, regelmäßig einen Bezug der Zitate zu Bloginhalten oder aktuellen Realweltthemen zu suchen konstruieren. Dann wird es seinem Namen auch wieder ein bisschen gerechter werden, hoffe ich.

Das aktuelle Zitat ist von Mahtma Gandhi:

Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren;
Und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.

Allen Besuchern …

… Kommentatoren, Lesern und Gastbeitragsschreiber wünsche ich einen guten Rutsch ins Jahr 2009!

Und bevor ich das „Zitat der Woche“ in „Zitat des Quartals“ umbenennen muss, ändere ich das noch schnell zum ersten mal in diesem Monat und ein letztes mal in diesem Jahr. Zum Jahreswechsel möchte ich Fernand Joseph Désiré Contandin zu Wort kommen lassen, der, ohne es zu wollen, die Stammtischgespräche der Eifel treffend charaktarisiert hat 🙂

Fernand Joseph Désiré Contandin

.

.

.

Es kann passieren, was will:
Es gibt immer einen, der es kommen sah.

.

.

.

Zitat der Woche

Irgendwann muss ja mal morgen werden, daher hier das neue Zitat der Woche.

Im Moment herrscht Wahlkampf in den Vereinigten Staaten und alle hoffen auf einen wie auch immer gearteten „guten“ Ausgang der Wahl. Bleibt zu hoffen, dass Schiller nicht Recht hat, wenn er behauptet:

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn! Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.

Gerade in einer Demokratie ist es schließlich genau die Mehrheit, die die meisten Entscheidungen trägt tragen sollte…

Zitat der Woche

# Edit 25.10.2008, 20:30 Uhr:

Mich hat soeben wieder eine eMail zu dem Thema erreicht, vom gleichen Absender. Das zitierte Gedicht stammt scheinbar nicht von Tucholsky. Siehe hier.

Ich selber prüfe vor der Veröffentlichung von Zitaten immer kurz nach, ob die Quellenangaben stimmig sind. Bei dem unten abgedruckten Gedicht konnte ich im Internet einige Quellen finden, die Tucholsky als Autor nannten, so dass ich keine Zweifel hegte. Ich sollte demnächst meine Belegquellen vielleicht auch auf Seriosität hin überprüfen und nicht bloß nach dem Schema „wenns oft genug da steht, wirds schon stimmen“ vorgehen…

Edit Ende #

Normalerweise ist mein Zitat der Woche immer ein einigermaßen kurzes, was vor allem daran liegt, dass kurze, prägnante Sätze / Aussagen eher gelesen (und behalten) werden. Nebenbei spielt natürlich auch rein pragmatisch eine Rolle, dass meine ausgewählten Zitate auch oben in das „Zitat der Woche“ Fenster passen sollen. Eben aus diesem Grunde, habe ich schon mal das eine oder andere Zitat nicht ausgewählt, um den Rahmen nicht zu sprengen.

Davon möchte ich diesmal abweichen. Vom Kommilitonen bekam ich kürzlich eine eMail weitergeleitet, die er seinerseits von einem Bekannten erhalten hatte, die ein Gedicht aus dem Jahr 1930 (!) von Kurt Tocholsky enthielt. Veröffentlicht wurde es damals in der von ihm zeitweise mitherausgegebenen Wochenzeitschrift „DIe Weltbühne“. Wenn man das liest könnte man sich fragen, ob er vielleicht der wahre Nostradmus gewesen ist… oder ob einige Dinge, die uns heute so überraschen vielleicht doch systemimmanent sind:

Wenn die Börsenkurse fallen

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft`s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.