Allen Besuchern …

… Kommentatoren, Lesern und Gastbeitragsschreiber wünsche ich einen guten Rutsch ins Jahr 2009!

Und bevor ich das „Zitat der Woche“ in „Zitat des Quartals“ umbenennen muss, ändere ich das noch schnell zum ersten mal in diesem Monat und ein letztes mal in diesem Jahr. Zum Jahreswechsel möchte ich Fernand Joseph Désiré Contandin zu Wort kommen lassen, der, ohne es zu wollen, die Stammtischgespräche der Eifel treffend charaktarisiert hat 🙂

Fernand Joseph Désiré Contandin

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Es kann passieren, was will:
Es gibt immer einen, der es kommen sah.

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Zitat der Woche

Irgendwann muss ja mal morgen werden, daher hier das neue Zitat der Woche.

Im Moment herrscht Wahlkampf in den Vereinigten Staaten und alle hoffen auf einen wie auch immer gearteten „guten“ Ausgang der Wahl. Bleibt zu hoffen, dass Schiller nicht Recht hat, wenn er behauptet:

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn! Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.

Gerade in einer Demokratie ist es schließlich genau die Mehrheit, die die meisten Entscheidungen trägt tragen sollte…

Zitat der Woche

# Edit 25.10.2008, 20:30 Uhr:

Mich hat soeben wieder eine eMail zu dem Thema erreicht, vom gleichen Absender. Das zitierte Gedicht stammt scheinbar nicht von Tucholsky. Siehe hier.

Ich selber prüfe vor der Veröffentlichung von Zitaten immer kurz nach, ob die Quellenangaben stimmig sind. Bei dem unten abgedruckten Gedicht konnte ich im Internet einige Quellen finden, die Tucholsky als Autor nannten, so dass ich keine Zweifel hegte. Ich sollte demnächst meine Belegquellen vielleicht auch auf Seriosität hin überprüfen und nicht bloß nach dem Schema „wenns oft genug da steht, wirds schon stimmen“ vorgehen…

Edit Ende #

Normalerweise ist mein Zitat der Woche immer ein einigermaßen kurzes, was vor allem daran liegt, dass kurze, prägnante Sätze / Aussagen eher gelesen (und behalten) werden. Nebenbei spielt natürlich auch rein pragmatisch eine Rolle, dass meine ausgewählten Zitate auch oben in das „Zitat der Woche“ Fenster passen sollen. Eben aus diesem Grunde, habe ich schon mal das eine oder andere Zitat nicht ausgewählt, um den Rahmen nicht zu sprengen.

Davon möchte ich diesmal abweichen. Vom Kommilitonen bekam ich kürzlich eine eMail weitergeleitet, die er seinerseits von einem Bekannten erhalten hatte, die ein Gedicht aus dem Jahr 1930 (!) von Kurt Tocholsky enthielt. Veröffentlicht wurde es damals in der von ihm zeitweise mitherausgegebenen Wochenzeitschrift „DIe Weltbühne“. Wenn man das liest könnte man sich fragen, ob er vielleicht der wahre Nostradmus gewesen ist… oder ob einige Dinge, die uns heute so überraschen vielleicht doch systemimmanent sind:

Wenn die Börsenkurse fallen

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft`s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Zitat der Woche

Im Moment steht hier noch alles im Zeichen des Turniers „Tanzen an Erft & Rur“. Im Vorfeld gab es viele und ausführliche Treffen, auf denen abgewogen wurde, wie alles abzulaufen habe und wie man es allen Recht machen könnte. Wie die Resonanz auf dem Turnier selber gezeigt hat, sind wir unserem Ziel recht nahe gekommen. Trotzdem gab es auch Kritik. Ich selber kann nur von Kritik an mir berichten, die ich als Musikmensch zu hören bekam. „Die Tänzer sollen hier schönes Tanzen zeigen. Dazu gehört auch immer Musik, die man vertanzen kann. Was Du hier zum Teil laufen lässt, bietet den Tänzern ja gar nicht die Möglichkeit, schön zu tanzen. Das ist ja manchmal noch nicht mal Tanzmusik.“ Sofort danach kam eine Tänzerin zu mir, die das mitgehört hatte und meinte: „Ich habe das gerade gehört und es ist mir fast peinlich. Der tanzt ja noch nicht mal selber. Ich finde Ihre Musik wirklich sehr gut.“

Ganz am Anfang des Turniers kam eine Tänzerin zu mir und meinte: „Die Musik ist zu leise. Man hört den Takt kaum.“. Direkt danach kam ein Wertungsrichter und meinte: „Die Musik muss auf jeden Fall etwas leiser, da wird man ja verrückt bei.“ Ich persönlich halte es da wie Platon:

Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg: Es allen Recht machen zu wollen.

Zitat der Woche

So, die erste Hausarbeit habe ich abgeschlossen. „Medienwirkung“. Schwerpunkt: Fernsehen. Es ist bei der Auseinandersetzung nicht besonders gut weggekommen… lag wohl daran, dass ich vorher das Buch „Wir amüsieren uns zu Tode“ gelesen habe. Medien beeinflussen, so die Argumentation von Neil Postman, immer die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, also unser Weltbild. Er fasst die Gefahr des Medium Fernsehens so zusammen:

Problematisch am Fernsehen ist nicht, daß es uns unterhaltsame Themen präsentiert, problematisch ist, daß es jedes Thema als Unterhaltung präsentiert.

Zitat der Woche

Wer kennt ihn nicht, den kleinen Prinzen? Vor allem dank dieses Buches ist der Name Antoine de Saint-Exupery jedem ein Begriff. Wahrscheinlich kennt jeder das eine oder andere Zitat im Alter von 44 Jahren verstorbenen Saint-Exupery , und eins soll diese Woche das Zitat der Woche werden. Und zwar einfach deshalb, weil es das Wesen eines guten Textes treffend beschreibt und irgendwie im Widerspruch zu dem steht, was man manchmal auch (und vielleich sogar besonders) hier zu lesen bekommt. Was einen vollkommen Text ausmacht, beschreibt der französischer Schriftsteller und Flieger in seinem Buch Wind, Sand und Sterne folgendermaßen:

Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann.