Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen

Weil ich glaube, dass die Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen eine besondere Herausforderung ist, habe ich hierzu vor kurzem eine dreiteilige Beitragsserie veröffentlicht, die ich an dieser Stelle nochmal leichter lesbar in einem einzigen Beitrag zusammenfasse.

I. Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen
a) Warum schreibe ich den Artikel?
b) Welches Ziel hat (m)eine Musikorganisation?

II. Die optimale Verwaltungssoftware
a) Anzeigen für Kursteilnehmer
b) Server/Client Anwendung
c) Kosten
d) Nachteile

III. Der Schlüssel zum Erfolg: Metadaten / Tags
a) Relevante Metadaten für Tanzlehrer/Tanzschulen
b) Wozu die ganzen Daten?
. . . – Indikatoren
. . . – dynamische automatische Listen

IV. Fazit

a) Warum schreibe ich den Artikel?

Das ich mich jetzt hinsetze und diesen Beitrag schreibe hat primär die folgenden Beweggründe:

  • Ich beschäftige mich mit der Verwaltung und Katalogisierung von Musik seit ca. 1998.
  • Ich habe in unterschiedlichen Tanzschulen gearbeitet und konnte deren Musikorganisation (bzw. Nicht-Organisation) kennenlernen und erleben.
  • Als Tanzlehrer habe ich Erfahrung mit Musikauflegen während des Unterrichts und auf diversen Veranstaltungen wie Turnieren, Bällen und (Tanz-, Hochzeits-, Geburtstags-)Partys.

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b) Welches Ziel hat (m)eine Musikorganisation?

Als ich angefangen habe, war alles noch sehr einfach. Für meine wenigen Musiktitel reichte es mir vollkommen, nur Interpreten und Titel zu erfassen und zwei oder drei Playlisten zu erstellen, um den Überblick zu behalten. Aber Sammlungen wachsen und je größer die Sammlung, desto höher der Organisationsaufwand. Zumindest wenn man nicht von Anfang an sehr strukturiert vorgeht. Denn beim Erweitern einer vorhandenen, aber zu rudimentären Strukturierung steht man immer vor dem Problem, dass alle vorhandenen Inhalte an die neue Logik anpassen muss.

Daher spart es viel Zeit, wenn man sich vorher ein paar Gedanken zur Organisation und Strukturierung seiner Sammlung macht. Und darum macht es Sinn, meine Artikelreihe zu lesen 😉

Wichtig ist, dass man sich von Anfang an klar macht, welche Probleme man mit Hilfe seiner Organisationsstruktur lösen bzw. vermeiden möchte. Denn damit ist die Zielsetzung festgelegt.

  • Gerade in Tanzschulen wird die Musik oftmals von unterschiedlichen Leuten verwendet. Eine gute, durchdachte Musikorganisation befähigt jeden Mitarbeiter/Kollegen, spontan passende Lieder für den Unterricht zu finden.
  • Viele gute Lieder werden nur selten (oder nie) gespielt, weil man vergessen hat, dass sie da sind. Das trifft natürlich umso mehr dann zu, wenn die Sammlung von unterschiedlichen Nutzern verwendet wird. Auch in einer sehr großen Musiksammlung sollte man seine Lieder „irgendwie“ wiederfinden.

Kurz und knapp ist meine Zielsetzung also: auch unterschiedliche Nutzer sollen gute Lieder „irgendwie“ finden können. Um das Ziel zu erreichen sind zwei Hilfmittel notwendig:

  1. Eine Software, die uns bei der Striukturierung bestmöglich unterstützt und
  2. die richtigen Metadaten, die die Informationen bereithalten.

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II. Die optimale Verwaltungssoftware

Viele Tanzschulen nutzen Software mit zwei getrennten Abspielern (Traktor, bpm Studio, Virtual DJ). Ich habe allerdings noch nie eine Tanzschule gesehen, die deren Potential ansatzweise ausnutzt. Warum auch? CUE-Funktionen, manuelle Fader und Beat-Syncronisierung sind für DJs natürlich wichtig, für Tanzlehrer (selbst auf Tanzpartys) überflüssig.

Manche Tanzschulen benutzen ganz einfach Abspielprogramm (WinAMP 2.9) und ziehen sich ihre Musik aus dem Explorer in den Abspieler.

Beides funnktioniert, aber nur solange man die in Teil I dargestellte Zielsetzung aus den Augen lässt: auch unterschiedliche Nutzer sollen gute Lieder „irgendwie“ finden können.

Die Anforderungen an eine Tanzschul-/Tanzlehrersoftware sollten sein

  1. dass sie zuverlässig Musik abspielt und absturzfrei läuft und
  2. eine leistungsstarke Verwaltung der Musikdateien ermöglicht.

Für mich gibt es nur eine Option für das Verwalten und Abspielen von Mediendaten: Das JRiver Media Center (MC).

Der Leistungsumfang ist gigantisch. Und jedes einzelne Feature ist sauber implementiert! Einzig der Bedienkomfort ist für manche Spezialfunktionen nicht ganz auf der Höhe.

Das JRiver Media Center…

  • unterstützt mehrere Soundkarten -> Multiroom tauglich,
  • kann als Server und Client über LAN/WLAN oder Internet zum streamen eigener Inhalte verwendet werden,
  • unterstützt DLNA,
  • bietet leistungsstarke, qualitativ hochwertige Videoabspielengine,
  • startet schnell, auch bei Sammlungen mit mehr als 100.000 Liedern,
  • hat eine sehr schnelle Suche, auch bei extrem großen Sammlungen,
  • unterstützt die Anzeige auf einem externen Monitor von Tanz, Zeit, Restzeit, u.v.m.,
  • keine Jahresgebühr (einmal kaufen = „ewig“ nutzen),
  • unterstützt Fernbedienungen (IR und RF),
  • hat absolut frei konfigurierbare Tastenbefehle (auch global),
  • läuft unter Windows, Mac und Linux,
  • lässt ich über Apps für Windows Phone, Android und iPhone steuern,
  • erstellt dynamische Playlisten basierend auf Metadaten,
  • hat geringe Lizenzkosten,
  • kann auch deutsch 😉

Die Highlights bezogen auf den Einsatz im Tanzunterricht und Tanzschulbetrieb will ich ein bisschen genauer vorstellen 🙂

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a) Anzeigen für Kursteilnehmer

Gerade auf Tanzpartys werden Tänze gerne angesagt, um die Tanzschüler zu unterstützen. Mit dem JRiver Media Center kann man den Tanz zusätzlich (oder stattdessen) auf einem (externen wie internen) Monitor anzeigen lassen. Ich nutze das im Unterricht immer gemeinsam mit einer Restzeitanzeige. Das ist sowohl für mich (wie viel Zeit habe ich noch, um weiter Einzelgespräche zu führen?) als auch für die Schüler (lohnt es sich noch, jetzt noch mal von vorne anzufangen, oder tanzen wir lieber nur die neue Figur) angenehm. Das Feedback zu dieser Funktion war bis jetzt immer und ausschließlich positiv.

Ich habe folgende Variationen der Anzeige im Einsatz:

Anzeige des Tanzes zusammen mit der verbleibenden Laufzeit des Liedes. Benutze ich fast immer im Unterricht und oft auch auf Tanzveranstaltungen.

Nur Restzeitanzeige. Wenn mal eine „Tanzratestunde“ stattfinden soll.

Wenn der Monitor mal kleiner ist, gibts nur die Abkürzungen zu sehen.

Nur der Tanz. Wenn keiner merken soll, dass man kein Lied zuende laufen lässt 😉

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b) Server/Client Anwendung (Musikstreaming)

Für Tanzschulen mit mehreren Räumen ist die Frage interessant, wie man die Musik über alle Räume verteilt bekommt. Mit dem JRiver Media Center ganz einfach. Sowohl alle Räume mit gleicher Musik zu beschallen, als auch mit unterschiedlicher Musik ist leicht umsetzbar.

JEDER Rechner kann sowohl als Server, als auch als Client benutzt werden und man kann von jedem Rechner aus jeden anderen fernsteuern. Man kann also einen separaten Rechner bereitstellen, auf dem alle Musik liegt und der als Server dient, oder man benutzt einen der sowieso vorhandenen Rechner als Server und gleichzeitig als Abspielgerät. Die Daten können vom MC über LAN, WLAN oder auch übers Internet verteilt werden (mit Passwortschutz).

Es ist NICHT erforderlich, dass auf jedem Rechner alle Musik vorhanden ist. Die muss nur einmal zentral vorhanden sein und wird von dort aus gestreamt.

Auch Software für Windows Phone, Android und iPhone ist vorhanden, so dass auch vom Handy und Tablet aus Musik gemacht werden kann. Oder man benutzt sein Smartphone „nur“ als Fernsteuerung. Alles ist möglich.

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c) Kosten

Das Programm kostet 50$ und kann dafür auf allen tanzschuleigenen Rechnern installiert werden. Es entstehen also keine besonders hohen Lizenzkosten. Alle hier beschriebenen Features sind Bestandteil des Programms und kosten NICHT extra. Man kann aber nicht benutzte Funktionen deaktivieren um das Programm übersichtlicher zu gestalten. Lediglich die Apps für Smartphone und Tablet müssen teilweise separat gekauft werden.

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d) Nachteile

Wo Licht ist, da ist auch immer Schatten.

Ein gravierender Nachteil gerade für Tanzschulen ist die schwer erreichbare und schlecht zu bedienende Tempo Kontrolle. Mal eben ein Lied schneller oder langsamer drehen ist kaum möglich. Seit Jahren stehe ich den Entwicklern deswegen auf den Füßen und vor kurzem haben sie endlich eine Schnittstelle genau dafür integriert, leider fehlt mir bis jetzt das Know-How, diese zu benutzen.

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III. Der Schlüssel zum Erfolg: Metadaten / Tags

Ich habe schon sehr viele Musiksammlungen gesehen, die über Dateinamen und Ordner oder Playlisten strukturiert werden.

Gerade das Verwenden von Ordnern und Dateinamen ist höchst unflexibel. Jede Datei kann nur einen Namen haben und nur in einem Ordner liegen. Immerhin ein kleiner Schritt nach vorne sind Playlisten: hier kann jede Datei beliebig vielen Listen zugeordnet werden. Etwas unglücklich daran: sie müssen von Hand gepflegt werden und man sieht den Dateien selber nicht an, in welchen Playlisten sie enthalten ist.

Wir brauchen also mehr.

Höchste Flexibilität sichert man sich, wenn man die Dateien mit Metadaten bestückt. Metadaten (oft auch als „Tags“ bezeichnet) werden in die Datei geschrieben oder in einer Datenbank verwaltet. Sie sind quasi digitale Etiketten für die Musik.

Standardtags (wie Interpret, Album, Titel, Genre) werden von jedem Programm vorgegeben. Sinnvoll ist, ein Programm zu verwenden, mit dem man die Anzahl der Tags beliebig verändern und erweitern kann, um auch für Informationen wie „Tanz“ ein Feld zu haben.

Das absolute Minimum für jede Musiksammlung ist die Pflege von Interpret und Titel, damit Lieder gefunden werden können. Selbstverständlich kann man diese Infos in den Dateinamen packen. Z.B.:

Elton John . Can You Feel the Love Tonight . Rumba, Blues . 15tpm . langsam.mp3

Aber wenn man Musik nach Tänzen sortieren möchte oder nach Geschwindigkeit (tpm), dann wird es schwer. Auch das Hinzufügen von Informationen oder das ändern der Reihenfolge im Dateinamen ist nicht trivial.

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a) Relevante Metadaten für Tanzlehrer/Tanzschulen

Das richtige Programm ist gefunden? JRiver Media Center 😉

Dann jetzt die Frage: welche Metadaten sollte ich einpflegen? Ich habe über die Jahre folgendes Set entwickelt, mit dem der Bedarf eines Tanzlehrers und einer Tanzschule sehr gut abdecken sein sollte:

  • Interpret, Titel (ggf. auch das Album)
    Der Standard. Das hat mit Tanzmusik noch nichts zu tun, aber man will ja seine Lieder kennen, wiederfinden und Liedwünsche erfüllen können, nicht wahr?!
  • Tanz
    Das Wichtigste für den Einsatz im Tanzunterricht. Hier gebe ich alle Tänze ein, die für das jeweilige Lied passen.
  • Auftakt
    Bei manchen Liedern wartet man eine halbe Ewigkeit auf den ersten deutlichen Taktschlag. Bei Fortgeschrittenen kann das u.U. in Ordnung sein, bei Anfängern sicherlich etwas unglücklich. Genauso auf Tanzpartys, wenn die Stimmung gerade hochgehalten werden soll. Daher erfasse ich hier die Zeit die vergeht, bis der Takt deutlich hörbar wird.
  • Geschwindigkeit (in tpm oder bpm (Takte/Beats pro Minute))
    Der erste Wiener Walzer und dann direkt Originaltakt? Meist keine gute Idee!
    Um solche Fehlgriffe zu vermeiden, lasse ich das JRiver Media Center die Geschwindigkeit berechnen und eintragen. Die Rechenergebnisse bei Discofox und Cha Cha sind immer sehr gut, bei Tango und Jive allerdings eher abenteuerlich. Dann kann ich eingreifen und den Takt manuell überschreiben.
  • Bewertung
    In der Bewertung bewerte ich auf einer Sterne-Skala von eins bis fünf wie mir das Lied gefällt.
  • Tanzbarkeit
    Major Tom von Peter Schilling – klasse Song – 5 Sterne
    Aber zum tanzen eine eher schlechte Wahl.
    Adios Amigo von El Barrio – schreckliches Lied – 2 Sterne
    Aber ein hervorragender Tango!
    Und eben genau weil Tanzbarkeit und das Gefallen eines Liedes nicht zusammenfallen müssen, bewerte ich auch die Tanzbarkeit meiner Lieder. Ebenfalls auf einer 5er-Skala.
  • Stimmung (Mood)
    Zur Abwechslung mal ein ruhiger Cha Cha? Da hätte ich Wicked Games von Parra For Cuva feat. Anna Naklab. Damit auch solche Suchen klappen und ich nicht schon zu Beginn einer Party oder einer Tanzsstunde einen Rauswerfer-Slowfox spiele, bewerte ich die Stimmung ebenfalls auf einer 5er-Skala.
  • Notizen/Hinweise
    Wenn ein Lied z.B. Taktwechsel oder Pausen enthält oder besonders untypisch ist, dann schreibe ich das in ein Freitextfeld.
  • Sperre
    Super tanzbar und ein tolles Lied, trotzdem sollte es nicht „aus Versehen“ im Unterricht laufen? Ich denke an sowas wie den Cha Cha „Selbstmord“ von SDP. Kann cool sein, aber nicht im normalen Unterricht. Dafür gibts ein Ankreuzfeld, in denen „kritische“ Lieder markiert werden.
  • Genre
    Nützlich, falls man Schlagerfans im Kurs hat. Oder (was natürlich viel öfter passiert): Schlagerhasser. Nutze ich zwar, lege ich aber nicht sooo viel wert drauf, vor allem weil mir oft das Wissen fehlt, um Lieder zuordenen zu können. Oder wer kennt den genauen Unterschied zwischen Classic Rock, Rock, Alternative Rock, Poprock, Hardrock, Indierock und Soft Rock?
  • Erscheinungsjahr, Gesang, Sprache
    Sicherlich nicht unbedingt nötig, aber „nice to have“ 🙂 Insbesondere für die nächste 80er-Jahre Motto-Party 😉

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b) Wozu die ganzen Daten?

Mit Hilfe der Daten kann auch jemand die Musiksammlung nutzen, der sie nicht kennt. Anhand der Kategorien ist es auch ohne Kenntnis der einzelnen Lieder möglich, einen lateinamerikanischen (Genre Latin) Cha Cha (Tanz Cha Cha) zu finden, der einen deutlichen Takt (Tanzbarkeit 4 oder 5 Sterne) und Turniertempo hat (TPM 30-32) und mit Gesang ist.

Eine Ansicht mit Lieder könnte dann wie folgt aussehen:

Natürlich ist es nicht ganz leicht unmöglich, bei der Fülle an Daten schnell etwas zu finden. Aber genau das soll ja eines der Ziele sein: schneller Überblick, auch für Nutzer, die mit dem Programm und der Sammlung nicht vertraut sind.

Erst wenn die Software beginnt, die Meta Daten zu verarbeiten und aufzubereiten, wird es interessant. Dazu zwei Beispiele. Einmal die Verwendung von Indikatoren in der Anzeige und einmal die automatische und dynamische Selektion von Liedern.

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Indikatoren

In der Tanz-Spalte werden Indikatoren für „langsam“ und „schnell“ angezeigt und Ausrufezeichen, wenn das Lied in der Kategorie Tanzbarkeit oder Bewertung weniger als drei Sterne hat oder mit einem Sperrvermerk versehen ist.

Ein schneller Blick auf die Tanzspalte genügt daher, um die gröbsten Schnitzer zu vermeiden. Weil die Software mitdenkt, muss man also nicht permanent alle Daten im Blick haben.

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Dynamisch automatisch Listen

Außerdem und viel wichtiger: die Daten lassen sich hervorragend nutzen, um dynamisch automatische Listen zu erstellen.

Interessant ist das z.B. beim Warmtanzen, denn dort ist die Liedauswahl oft ein bisschen speziell. Hier sollten nicht unbedingt die besten Lieder „verbraten“ werden (5 Sterne), aber auch nicht die schlechtesten Lieder (1 oder 2 Sterne) laufen. Damit das Warmtanzen nicht zu lange dauert, soll jedes Lied maximal 2:20 Minuten lang sein. Es sollen keine Schlager und keine Weihnachtslieder laufen. Es sollen natürlich nicht jede Woche die gleichen Lieder sein und auch die Reihenfolge soll von Woche zu Woche variieren.

Dank der Meta-Daten kein Problem!

Ein komplett anderes Szenario ist das Turniertraining und hier besonders das Endrundentraining: die Kriterien oben passen weitgehend, allerdings sollte hier die Liedlänge zwischen 1:30 und 2:00 liegen und es muss eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden. Außerdem können gerne auch Tänze mit schwerer hörbaren Takt dabei sein.

Auch das lässt sich selbstverständlich einrichten.

Fast permanent nutze ich die Möglichkeit, Lieder für bestimmte Leistungsgruppen auszufiltern:

  • Einsteiger: Beim ersten Tanz ist der Takt sehr wichtig. Hier kommt es darauf an Lieder zu spielen, die ein Gefühl für die Stimmung des Tanzes vermitteln.
  • Anfänger: Die Lieder müssen nicht die besten sein (man ist ja eh zu beschäftigt mit den Schritten, um die Musik richtig wahrzunehmen), Hauptsache der Takt ist sehr gut hörbar und durchgängig 🙂
  • Fortgeschrittene: es darf ruhig mal ein bisschen schwerer sein den Takt zu finden, aber die Musik sollte schön sein; denn wenn die Schritte erst mal laufen, nimmt man auch die Musik besser wahr.

Und damit ich hier nicht immer aus dem ganzen Pool die passenden Lieder raussuchen muss, kann mein Programm dank der Metadaten die Vorauswahl treffen.

Für mich war es immer anstrengend, die Musik für Discofoxkurse zusammenzustellen. Man möchte Abwechslung bieten, muss die richtige Mischung aus Evergreens, modernen Stücken und Schlager finden und natürlich die Geschwindigkeit beachten. Ich mache das nicht mehr selber, weil die Software besser und vor allem viiiiel schneller ist. Meine Vorgaben für eine Stunde Discofoxkurs:

  • 18 Lieder
  • 31-33 Takte pro Minute (berechnet das Programm selber)
  • kein Lied länger als 4:30, keins kürzer als 2:00
  • 15% Schlager, 15% Dance, 65% Rock/Pop, 5% sonstige
  • 4-5 Sterne bei Tanzbarkeit und Gefälligkeit
  • Auftakt maximal 30 Sekunden
  • innerhalb der laufenden Woche dürfen die Lieder schon gelaufen sein
  • aber nicht in der letzten oder vorletzten Woche

Auch hier genügt ein Mausklick und die Liste ist fertig!

Der Clou dabei ist: die Listen werden automatisch auf Basis der erfassten Metadaten erstellt und sie werden dynamisch erstellt. Das heißt, bei jedem neuen Aufruf werden auf Basis der vorgegebenen Kriterien die Lieder neu ausgewählt.

Eine riesige Arbeitserleichterung und vor allem: Verbesserung. Wenn man ohne das System während des Unterrichts schnell ein paar Lieder raussuchen muss, wird man immer auf die zurückgreifen, die man sicher kennt. Oder man muss (sollte) vorher nochmal schnell reinhören.

Mit meinem System kann man sich auch schonmal blind auf die Software verlassen.

Setzt natürlich die richtige Software und die richtigen Metadaten voraus 😉

Und so könnte das im JRiver Media Center aussehen:

Links oben können Leistungsgruppen vorgewählt werden, links unten können weitere Kategorien dazu gewählt werden. Auch jemand, der das Programm noch nie bedient hat, kann so schnell Unterricht mit guter und passender Musik machen.

Neuen Nutzern gebe ich immer einen kleinen (nicht mehr ganz aktuellen) Bogen an die Hand, der die zentralen Funktionsweisen des Programms knapp erklärt.

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IV. Fazit

Und jetzt? Was ist das Fazit?

Das Wichtigste: es ist möglich, die gesteckten Ziele zu erreichen. Eine gut gepflegte Datenbank ermöglicht das schnelle Auffinden von Liedern, egal, ob man die Sammlung (und das Programm) kennt, oder nicht. Das erhöht die Qualität des Unterrichts, weil Musik gespielt werden kann, die

  1. abwechslungsreicher,
  2. besser tanzbar und
  3. schöner

ist und gleichzeitig weniger „Tanzlehrerzeit“ beim suchen der Musik verloren geht.

Das Problem dabei: die Pflege der Metadaten kostet Zeit. Extrem viel Zeit. Ich schaffe pro Stunde 15 bis 30 Lieder. Dumm für mich: weil ich das System mit der Zeit immer weiter optimiert und erweitert habe, musste ich alle Lieder mehrfach anfassen, um die neuen Informationen zu ergänzen. Das ist natürlich frustrierend.

Ich kann daher nur jedem empfehlen, die eigene Datenbank von Anfang an sorgfältig zu pflegen!

Meinen Fokus bei der Ergänzung der Metadaten habe ich zur Zeit auf Tanzmusik gelegt. Hier bin ich daher auf einem guten Weg. Immerhin knapp 3.000 tanzbare Lieder habe ich mit vollständigen Informationen versehen. Wenn man die für den Tanzunterricht nicht ganz so wichtigen Tags „Gesang“ und „Stimmung“ nicht berücksichtigt, dann habe ich rund 4.500 tanzbare Lieder, die das Programm in automatischen Listen berücksichtigt. Das ist schon ganz schön komfortabel 🙂

Andererseits kostet nicht nur die Pflege der Datenbank (also der Metadaten/Tags) Zeit, sondern auch die Ersteinrichtung des Programms. Natürlich kann das Programm sofort, „out-of-the-box“, Musik abspielen, auch ohne besondere Einrichtung. Aber die Programmierung der dynamisch-automatischen Listen, das Erstellen der speziellen Ansichten für Tanzlehrer usw. dauert ein bisschen.

Aber ich bin davon überzeugt: es lohnt sich! Und falls Ihr darüber nachdenkt, ein vergleichbares System aufzusetzen, kennt Ihr ja jetzt immerhin jemanden, mit dem Ihr Euch austauschen könnt 😉

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Testlauf Tanzpartymusik

Bei der letzten Tanzparty habe ich getestet, ob ich mich blind auf die Software verlassen kann. Und so ist es gelaufen:

Bedingungen 1 | Der Rahmen

  • Dauer:
    • 3 Stunden
    • keine Unterbrechungen
  • Tänze:
    • LW, SF, TG, QS, WW
    • CC, RB, SA, JI
    • Discofox, Night Club Twostep, Westcoast Swing, Boogie, Rock’n’Roll
  • ich stehe während der Veranstaltung nicht am DJ-Pult1

Bedingungen 2 | Mein Anspruch

  • keine Lieder doppelt
  • keine feste Reihenfolge der Tänze
  • keine sich wiederholenden Tanzfolgen
  • populäre Tänze (CC, DF) häufiger als unpopuläre (SF, WCS)
  • maximale Vorbereitungszeit 5 Minuten
  • nicht als Musik „aus der Dose“ zu erkennen
  • nicht irgendwie schlechter als meine von Hand zusammengestellten Listen

Zwei Schritte waren nötig, um das Ziel zu erreichen.

Schritt 1 | Der Liederpool

Ich habe dem Programm als erstes beigebracht, nach welchen Kriterien es Lieder aussuchen soll, die für eine Tanzparty geeignet sind. Um hier möglichst flexibel zu bleiben, habe ich für jeden Tanz einen eigenen Liederpool erstellen lassen. So kann ich bei Bedarf für verschiedene Tänze unterschiedliche Kriterien anlegen.

Das war zwar zeitaufwendig, aber sehr einfach.

Grob gesagt nimmt die Software alle Lieder, die zwischen zwei und vier Minuten Dauern (bei Jive und Wiener Walzer lieber was weniger 😉), die schön sind (vier bis fünf Sterne Wertung), die gut bis sehr gut tanzbar sind und einen Auftakt von weniger als 30 Sekunden haben.

Schritt 2 | Die Party-Playliste

Schwieriger als die Auswahl der Lieder ist die konkrete Zusammenstellung der Playliste. Einfach eine Liste mit einem definierten Mischungsverhältnis und einer vorgegebenen Länge zusammenstellen lassen wäre extrem einfach. Aber die Tänze sollten einigermaßen gleichmäßig über den Abend verteilt sein. Wäre unglücklich, wenn z.B. in der ersten halben Stunde alle Langsamen Walzer laufen würden und den restlichen Abend kein weiterer mehr.

Ich habe das gelöst, indem ich einzelne Blöcke (6-10 Lieder) mit vorgegebener Sortierung erstellen lasse, die ich manuell zusammenschiebe. So ist die sinnvolle Verteilung gesichert.

Außerdem sorge ich so dafür, dass der Einstieg in die Veranstaltung besonders stimmungsvoll ist. Für den ersten Block habe ich dafür zusätzliche Kriterien eingebaut.

Bewertung 1 | Die Vorbereitungszeit

Das Programmieren der Listen hat ziemlich lange gedauert. Aber das ist ja nur Vorarbeit. Das unmittelbare Zusammenstellen der Liste für drei Stunden Tanzparty hat nur noch 2 Minuten gedauert!

Ein riesiger Fortschritt im Vergleich zu vorher, als ich die Playlisten Lied für Lied von Hand zusammengestellt habe. Natürlich konnte ich dabei auf alte Listen zurückgreifen, aber mein Anspruch ist, dass jede Tanzparty-Playliste (zumindest ein kleines bisschen) einmalig ist.

Bewertung 2 | Der Veranstaltungsverlauf

Vielleicht war es ein bisschen vorschnell, die erste automatische Liste ohne kritischen Blick einfach laufen zu lassen, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt 🙂

Nur zweimal musste ich eingreifen: weil ich mich während der Programmierung verzählt hatte, liefen zwei Wiener Walzer hintereinander und drei Slowfox-Lieder.

Abgesehen davon war der Testlauf ein voller Erfolg! Es gab keine Musikbeschwerden, mir selber hat die Musik gefallen und die Fläche war stets mit Tänzern gefüllt.

Ein Paar, das (wie alle anderen Teilnehmer auch) nichts von dem Testlauf wusste, meinte, dass sei das erste mal, dass ich gute Rumba-Lieder laufen lasse. Ich nehme das mal als Kompliment 🙂

Bewertung 3 | Mein Fazit

Ich hatte starke Zweifel, ob meine Algorithmen Tanzmusik machen können, mit der ich zumindest meine eigenen Ansprüche erfüllen kann.

Aber ich kann sagen: es ist mir gelungen!

Für die Zukunft werde ich noch ein paar weitere Blöcke programmieren, damit ich noch flexibler bin und problemlos auch über fünf Stunden beschallen kann. Wirklich notwendig ist das zwar wahrscheinlich nicht, aber man darf die eigenen Ansprüche ja nie zu niedrig ansetzen 😉

________________

[1] Nicht etwa, weil ich das nicht will, sondern weil ich mit meiner Partnerin als Vertreter der Tanzschule dort bin und für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung stehen soll. Und da das Programm gut lesbar die Tänze auf dem Monitor anzeigt, ist die Ansage der Tänze auch überflüssig. (zurück zur Textstelle)

Musikorganisation für Tanzlehrer/Tanzschulen . Teil III

(Teil 1 findet Ihr hier, Teil 2 hier alle Teile zusammengefasst in einem Beitrag hier)

Hier der dritte Teil der Reihe, der sich mit der Frage beschäftigt, wie man Dateien am besten „beschriftet“ und wie man daraus seinen Nutzen ziehen kann.

I. Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen
a) Warum schreibe ich den Artikel?
b) Welches Ziel hat (m)eine Musikorganisation?

II. Die optimale Verwaltungssoftware
a) Anzeigen für Kursteilnehmer
b) Server/Client Anwendung
c) Kosten
d) Nachteile

III. Der Schlüssel zum Erfolg: Metadaten / Tags
a) Relevante Metadaten für Tanzlehrer/Tanzschulen
b) Wozu die ganzen Daten?
. . . – Indikatoren
. . . – dynamische automatische Listen

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Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen Teil II

(Teil 1 findet Ihr hier und alle Teile zusammengefasst in einem Beitrag hier)

Im zweiten Teil der Reihe stelle ich eine Software vor, die alle Aufgaben rund um die Musikverwaltung und das Musikabspielen für einzelne Tanzlehrer und auch ganze Tanzschulen mit mehreren Räumen übernehmen kann.

I. Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen
a) Warum schreibe ich den Artikel?
b) Welches Ziel hat (m)eine Musikorganisation?

II. Die optimale Verwaltungssoftware
a) Anzeigen für Kursteilnehmer
b) Server/Client Anwendung
c) Kosten
d) Nachteile

III. Der Schlüssel zum Erfolg: Metadaten
a)
Relevante Metadaten für Tanzlehrer/Tanzschulen
b) Wozu die ganzen Daten?

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Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen Teil I

(Alle drei Teile zusammengefasst in einem Beitrag findet Ihr hier)

Ich habe vor zwei Jahren schonmal zwei Beiträge [1,2] veröffentlicht, die sich mit Musikorganisation beschäftigen. Ein versprochener dritter Teil steht immer noch aus. Den fehlenden Teil möchte ich hier nicht liefern, sondern stattdessen nochmal einen kompletten Abriss über die sinnvolle Musikorganisation für Tanzlehrer/Tanzschulen schreiben.

Durch das Schreiben der alten Beiträge hat sich mein Blick auf das Thema verändert, so dass ich meine Organisation weiter optimiert habe. Außerdem schienen mir im Nachhinein die Beiträge zu wenig fokussiert, was eine komplette Neubearbeitung sinnvoll macht. Wie schon beim letzten Mal sind drei Beiträge mit folgender Gliederung geplant.

I. Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen
a) Warum schreibe ich den Artikel?
b) Welches Ziel hat (m)eine Musikorganisation?

II. Die optimale Verwaltungssoftware
a) Anzeigen für Kursteilnehmer
b) Server/Client Anwendung
c) Kosten
d) Nachteile

III. Der Schlüssel zum Erfolg: Metadaten
a)
Relevante Metadaten für Tanzlehrer/Tanzschulen
b) Wozu die ganzen Daten?

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Tanzlehrer – Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Weil in meinem Umfeld einige Bekannte ganz ähnliche Erfahrungen gemacht haben, möchte ich an dieser Stelle gerne einen ziemlich alten Entwurf veröffentlichen. Die Links habe ich aktualisiert. Scheinbar sind die Abläufe noch immer die gleichen…

Bis jetzt war ich als Tanzlehrer in verschiedenen Vereinen tätig. Die Frage einer Anmeldung beim Gewerbe und/oder Finanzamt stellte sich für mich nicht, da alle Vereine, für die ich tätig war als gemeinnützig anerkannt waren und mir daher eine Übungsleiterpauschale gezahlt wurde, die bis 2.400,- € steuerfrei ist.

Das wird sich jetzt ändern. Ich werde nicht mehr nur für gemeinnützige Vereine tätig sein, sondern u.a. auch für Tanzschulen. Daher wollte ich mich für eine selbstständige Tätigkeit ordnungsgemäß anmelden.

Und sooo schwer ist die Anmeldung gar nicht.

Eine Anmeldung beim Finanzamt ist in jedem Fall erforderlich, unabhängig davon, ob am Ende Steuern zu zahlen sind oder nicht. Dafür füllt man einfach den Bogen zur steuerlichen Erfassung aus, gibt ihn ab und fertig. Fürs erste. Denn wenn man es bis jetzt nicht brauchte: spätestens ab jetzt ist eine jährliche Steuererklärung fällig.

Vollkommen unabhängig vom Finanzamt stellt sich die Frage, ob eine Anmeldung beim Gewerbeamt nötig ist. Dafür muss die Frage beantwortet werden, ob der Tanzlehrer ein Gewerbe betreibt (-> Anmeldung beim Gewerbeamt) oder ist er freiberuflich tätig (-> keine Anmeldung beim Gewerbeamt)?

Freiberufler – was ist das?

Einerseits sind in § 18 Abs. 1 EStG sogenannte „Katalogberufe“ aufgezählt. Übt man einen dieser Berufe aus, dann ist man freiberuflich tätig und betreibt kein Gewerbe. „Tanzlehrer“ ist hier nicht aufgeführt.

Andererseits beschreibt § 1 Abs. 2 PartGG, dass die freien Berufe

im allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt [haben].

Im Internet findet man dazu leicht unterschiedliche Auslegungen. U.a. Wikipedia schreibt, unter freiberufliche Tätigkeiten fallen

selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten.

Spontan würde ich mich als Tanzlehrer zugehörig fühlen, denn meine Tätigkeit verstehe ich als unterrichtend, vielleicht auch künstlerisch 🙂

Andere Quellen sagen, es sei nach dem genannten Paragrafen entscheidend, ob für eine Tätigkeit eine höhere Ausbildung zwingend erforderlich ist. Nur solche Tätigkeiten könnten als freiberufliche Tätigkeiten ausgeübt werden. So zum Beispiel hier. Tanzlehrer wären dann eindeutig keine Freiberufler, denn um Tanzlehrer zu sein benötigt man nicht zwingend eine Ausbildung, schon gar keine „höhere“ (also ein Studium).

Also: Tanzlehrer = Freiberufler?!

Die Frage ist insofern wichtig, denn wenn Tanzlehrer keine Freiberufler sind, müssen sie sich auch beim Gewerbeamt anmelden (betreibt der Tanzlehrer eine eigene Tanzschule ist die Frage übrigens relativ leicht zu beantworten: er ist zumindest teilweise Gewerbetreibender wenn er Getränke anbietet, muss sich also beim Gewerbeamt anmelden).

Also begann ich zu telefonieren:

Im Internet fand ich den Hinweis, der Dachverband Deutscher Tanzlehrer würde bei Fragen zur Selbstständigkeit weiterhelfen. Das ist der BDT. Der Mitarbeiter erklärte allerdings, sie seien für mich nicht zuständig, da ich erstens kein Mitglied sei und sie zweitens sowieso für diese Fragestellung nicht zuständig wären. Ich solle mich an die IHK wenden.

Also rief ich bei der IHK an. Ich wolle mich selbständig machen und wisse nicht, ob ich Freiberufler sei oder Gewerbetreibender, erklärte ich. Mir wiederum erklärte man, sie seien dafür nicht zuständig, diese Frage würde das Finanzamt klären, dessen Nummer man mir freundlicherweise gleich mitgab (allerdings die falsche).

Beim Finanzamt wies man mich eindringlich darauf hin, dass ich auf jeden Fall eine Meldung ans Finanzamt machen müsse, für die Frage nach Freiberuflichkeit oder Gewerbetreibender jedoch das Gewerbeamt zuständig sei.

Beim Gewerbeamt erklärte der Mitarbeiter mir, ich müsse ein Gewerbe anmelden, da Tanzlehrer kein Katalogberuf sei und für Tanzlehrertätigkeiten kein Studium erforderlich sei. Ich solle meine Personalausweis und 20,- € mitbringen, dann würden sie mich anmelden.

Also ging ich zu Gewerbeamt.

Dort schickte man mich vom Empfang ins Zimmer der Sachbearbeiter. Dort sagte ich, dass ich mich als Tanzlehrer selbständig machen möchte und daher ein Gewerbe anmelden möchte. Der Sachbearbeiter antwortete:

Als Tanzlehrer müssen sie kein Gewerbe anmelden. Reitlehrer müssen das nicht, dann müssen Tanzlehrer das auch nicht.

Ich erklärte den Standpunkt seines Kollegen, doch er blieb dabei: keine Gewerbeanmeldung erforderlich. Ich könnte, sofern ich das wollen würde, natürlich trotzdem eins anmelden. Aber den Sinn einer sinnlosen Anmeldung konnte er mir dann auch nicht erklären.

Noch Fragen?

Evaluationsergebnisse der Schülergruppe

Ich war lange unsicher, ob ich eine Evaluation in den Klassen machen soll und habe mich zunächst dagegen entschieden. Erst am Abend vor der letzten Stunde änderte ich meine Entscheidung. Immerhin bietet sich hier die seltene Gelegenheit Tanzschüler zu befragen, die in einem höheren Maße fremdbestimmt am Tanzunterricht teilnehmen, als in Tanzschulen/-vereinen üblich.

Die in der Nacht zusammengestellten Fragebögen sehen wie folgt aus:

FragebogenDie Zahl der Teilnehmer lag bei ungefähr 30 Personen. Die Schüler haben die Bögen von mir am Ende der letzten Stunde erhalten und unbeobachtet von mir oder einer Lehrperson in der Umkleidekabine ausgefüllt. Die Rückgabe erfolgte ebenfalls für die meisten Schüler ohne dass ich es sehen konnte im Ausgangsbereich der Turnhalle. 22 Fragebögen kamen zurück.

Zwar ist die Gut/Schlecht-Dichotomie nicht für alle Items ideal, aber zur besseren Übersicht habe ich in der grafischen/tabellarischen Auswertung die höheren („besseren“) Werte grün, die niedrigeren („schlechteren“) rot markiert (auf der Skala von 1 bis 4). Eine Ausnahme stellt das „mehr Tänze“-Item dar. Dort ist die Markierung umgekehrt, weil hier eine größere Zustimmung zur Aussage auf eine schlechte Planung durch mich hindeutet.

Die letzten beiden Spalten ergeben sich aus den Freitextfelder. Innerhalb dieser Felder wurde sehr häufig der Partnerwechsel thematisiert, daher habe ich hierfür eine Spalte eingefügt. Dort sind positive Nennungen zum Partnerwechsel mit einem grünen Haken, negative mit einem Kreuz und neutrale mit einem einem Strich markiert. Das Lernen in Reihen schien mir bei der ersten Durchsicht ebenfalls häufig Thema zu sein, wurde aber doch nur von vier Teilnehmern thematisiert

Hier das Ergebnis:

Evaluationsergebnis

edit 11.02.2014: Mir sind gerade fünf Feedbackbögen in die Hände gefallen, die ich in der Auswertung nicht berücksichtigt habe. Außerdem habe ich einen Fehler in der abgebildeten Tabelle gemacht. Zur Berechnung der statistischen Werte habe ich nur 17 der ursprünglich 22 Werte berücksichtigt. Unter Berücksichtigung aller Werte, also auch der in der obigen Tabelle noch fehlenden Werte, ändern sich die Mittelwerte um maximal 0,1 die Modalwerte bleiben gleich. Einzige Ausnahme ist das Item „mehr Tänze“. Hier ändert sich der Modalwert auf 2 und und der Durchschnitt auf 2,5. Wenn ich die Zeit finde, werde ich diesen Artikel entsprechend aktualisieren…

Das es der Mehrzahl der Schüler Spaß gemacht hat, konnte man während der Stunden erleben, jedoch hätte ich nicht erwartet, dass es keinen einzigen Ausreißer gibt und dass alle die maximale Ausprägung wählen würden. Alleine dieses Item zeigt: die Aktion war ein Erfolg 🙂

Ähnlich positiv ist auch die Reaktion auf die Aussage mit mehr Stunden zu werten. Die meisten hätten sich durchaus vorstellen können, die Unterrichtsreihe etwas weiter auszudehnen, was ich als positives Feedback werte. Scheinbar konnte ich zumindest soviel Begeisterung wecken oder aufrechterhalten, dass nicht alle froh waren, dass es zu Ende ist 🙂 In Hinblick auf die Planung der Reihendauer, auf die ich keinen Einfluss hatte, ist das natürlich eher ein schlechter Indikator, denn aus Sicht der Schülermehrheit war die Unterrichtsreihe eher zu kurz.

Thema Musik… Was soll ich hierzu sagen? Ich hätte es mir ein bisschen besser gewünscht, denn für die Musikauswahl ging in der Vorbereitung die meiste Zeit drauf, aber andererseits: nur einer fands richtig schlecht. Was will man mehr?

Das Item mit dem Tanzlehrer hat mir als einziges ein bisschen Angst gemacht. Für mich war das eine vollkommen neue Umgebung und Situation. Umso erleichterter und glücklicher bin ich, dass es hier keine Ausreißer gibt und die Mehrzahl sehr zufrieden war und die übrigen 18% zumindest auch eher positiv gestimmt waren. Puh!

Bei allen vergangenen Umfragen am kontroversten sind die Items, die sich mit dem Pensum beschäftigen. So auch hier. Ich habe es in der Auswertung mal als schlecht bewertet, wenn jemand mehr Tänze gewollt hat, denn die Inhalte zu Planen war meine Aufgabe. Man kann es sich natürlich auch leicht schön reden, indem man sagt: die waren so zufrieden, dass sie gerne mehr gemacht hätten. Wie schon in den letzten Umfragen ist das hier wieder ein bisschen unklar (soviel zu „aus Fehlern lernt man“…). Der Mittelwert liegt hier bei 2,7, also nahe am theoretischen Mittelwert von 2,5. Geht man davon aus, dass alle das Item gleich interpretiert haben, ist das ein sehr gutes Ergebnis! Ich habe scheinbar genau den Mittelweg zwischen zuviel und zuwenig beschritten und so den bestmöglichen Kompromiss erreicht 🙂

Wie das letzte Item zu bewerten ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber ich freue mich über die eindeutige Empfehlung für die nachfolgenden 9er Klassen 🙂

Die folgenden zwei Spalten schematisieren die zwei häufigsten Nennungen innerhalb der Freitextfelder. Sehr häufig (bei 73% der Bögen) wurde der Partnerwechsel thematisiert. In keiner der Klassen habe ich in einer so hohen Frequenz Partnerwechsel durchgeführt. Ich hatte den Eindruck, die Mehrheit wünsche das. Gefährlich bei diesen Eindrücken ist, und dessen war ich mir bewusst, dass immer die Gefahr besteht, dass ich eine laute Minderheit als Mehrheit annehme. Das Evaluationsergebniss legt jedoch nahe, dass sowohl der Partnerwechsel an sich, als auch die hohe Frequenz durchaus in Ordnung waren. Interessant ist, dass dies tatsächlich ein sehr wichtiges Thema für die Teilnehmer zu sein scheint.

Das Üben von Schrittfolgen in der Reihe ohne Partner (eine Methode, von der ich schon immer ein sehr großer Fan war) ist von immerhin vier Personen positiv erwähnt worden.

Am interessantesten seien die Freitextfelder, hört man häufig von Menschen, die Fragebögen auswerten. Abgesehen davon, dass das oft auch für schlechte Fragebögen spricht, ist es natürlich wirklich interessant zu sehen, was thematisiert wird, ohne das es dazu einen Trigger innerhalb des Fragebogens gibt. Hier, ohne weiteren Kommentar meinerseits, die Inhalte der Freitextfelder:

Freitextfelder