Wieder da

Über ein Jahr gab es hier nichts zu sehen. Außer einer Fehlermeldung.

Was war passiert?

Mein Blog (wie auch die „Partnerblogs“ TSG-Schmidt.de und Tanzen-Erft-Rur.de) waren auf einem privaten Server gespeichert. Der hatte einen Hardware-Defekt, der auch zum vollständigen Datenverlust führte. Es gab zwar Backups, aber nicht bei mir und ich hatte (und habe) keinen Zugriff darauf. War eben nicht mein Server, ich durfte ihn nur über all die Jahre mitnutzen.

Warum wieder da?

Zwar habe ich kein vollständiges Backup meiner Seite, aber immerhin habe ich mal ein Backup aller Inhalte gemacht. Und die sind jetzt wieder da 🙂 Mir lag der Blog doch noch ein wenig am Herzen, auch wenn sich hier kaum noch was bewegt. Darum gibts die Seite jetzt wieder online.

Was ist anders?

Einiges hat sich verändert. Ich habe nur ein Backup aller Textinhalte, darum fehlen einige Bilder und der Blog sieht komplett anders aus. Außerdem liegen jetzt alle Daten bei WordPress.com und nicht mehr auf einem privaten Server. Erkennt man auch an der URL. Zwar gibt es noch die alte Adresse blog.stfeder.de, aber das ist „nur“ noch eine Weiterleitung zu stfeder.wordpress.com.

Was wird aus TSG-Schmidt.de und Tanzen-Erft-Rur.de?

Leider nichts. Von beiden Seiten habe ich kein Backup. Und selbst wenn: beide Seiten waren so stark individualisiert, dass ich ohne eine eigene WordPress-Installation, also ohne eigenen kostenpflichtigen Webspace, kaum eine Chance hätte, die Seiten wiederherzustellen.

Wie gehts weiter?

Man wird sehen…

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Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen

Weil ich glaube, dass die Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen eine besondere Herausforderung ist, habe ich hierzu vor kurzem eine dreiteilige Beitragsserie veröffentlicht, die ich an dieser Stelle nochmal leichter lesbar in einem einzigen Beitrag zusammenfasse.

I. Musikorganisation für Tanzlehrer und Tanzschulen
a) Warum schreibe ich den Artikel?
b) Welches Ziel hat (m)eine Musikorganisation?

II. Die optimale Verwaltungssoftware
a) Anzeigen für Kursteilnehmer
b) Server/Client Anwendung
c) Kosten
d) Nachteile

III. Der Schlüssel zum Erfolg: Metadaten / Tags
a) Relevante Metadaten für Tanzlehrer/Tanzschulen
b) Wozu die ganzen Daten?
. . . – Indikatoren
. . . – dynamische automatische Listen

IV. Fazit

a) Warum schreibe ich den Artikel?

Das ich mich jetzt hinsetze und diesen Beitrag schreibe hat primär die folgenden Beweggründe:

  • Ich beschäftige mich mit der Verwaltung und Katalogisierung von Musik seit ca. 1998.
  • Ich habe in unterschiedlichen Tanzschulen gearbeitet und konnte deren Musikorganisation (bzw. Nicht-Organisation) kennenlernen und erleben.
  • Als Tanzlehrer habe ich Erfahrung mit Musikauflegen während des Unterrichts und auf diversen Veranstaltungen wie Turnieren, Bällen und (Tanz-, Hochzeits-, Geburtstags-)Partys.

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b) Welches Ziel hat (m)eine Musikorganisation?

Als ich angefangen habe, war alles noch sehr einfach. Für meine wenigen Musiktitel reichte es mir vollkommen, nur Interpreten und Titel zu erfassen und zwei oder drei Playlisten zu erstellen, um den Überblick zu behalten. Aber Sammlungen wachsen und je größer die Sammlung, desto höher der Organisationsaufwand. Zumindest wenn man nicht von Anfang an sehr strukturiert vorgeht. Denn beim Erweitern einer vorhandenen, aber zu rudimentären Strukturierung steht man immer vor dem Problem, dass alle vorhandenen Inhalte an die neue Logik anpassen muss.

Daher spart es viel Zeit, wenn man sich vorher ein paar Gedanken zur Organisation und Strukturierung seiner Sammlung macht. Und darum macht es Sinn, meine Artikelreihe zu lesen 😉

Wichtig ist, dass man sich von Anfang an klar macht, welche Probleme man mit Hilfe seiner Organisationsstruktur lösen bzw. vermeiden möchte. Denn damit ist die Zielsetzung festgelegt.

  • Gerade in Tanzschulen wird die Musik oftmals von unterschiedlichen Leuten verwendet. Eine gute, durchdachte Musikorganisation befähigt jeden Mitarbeiter/Kollegen, spontan passende Lieder für den Unterricht zu finden.
  • Viele gute Lieder werden nur selten (oder nie) gespielt, weil man vergessen hat, dass sie da sind. Das trifft natürlich umso mehr dann zu, wenn die Sammlung von unterschiedlichen Nutzern verwendet wird. Auch in einer sehr großen Musiksammlung sollte man seine Lieder „irgendwie“ wiederfinden.

Kurz und knapp ist meine Zielsetzung also: auch unterschiedliche Nutzer sollen gute Lieder „irgendwie“ finden können. Um das Ziel zu erreichen sind zwei Hilfmittel notwendig:

  1. Eine Software, die uns bei der Striukturierung bestmöglich unterstützt und
  2. die richtigen Metadaten, die die Informationen bereithalten.

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II. Die optimale Verwaltungssoftware

Viele Tanzschulen nutzen Software mit zwei getrennten Abspielern (Traktor, bpm Studio, Virtual DJ). Ich habe allerdings noch nie eine Tanzschule gesehen, die deren Potential ansatzweise ausnutzt. Warum auch? CUE-Funktionen, manuelle Fader und Beat-Syncronisierung sind für DJs natürlich wichtig, für Tanzlehrer (selbst auf Tanzpartys) überflüssig.

Manche Tanzschulen benutzen ganz einfach Abspielprogramm (WinAMP 2.9) und ziehen sich ihre Musik aus dem Explorer in den Abspieler.

Beides funnktioniert, aber nur solange man die in Teil I dargestellte Zielsetzung aus den Augen lässt: auch unterschiedliche Nutzer sollen gute Lieder „irgendwie“ finden können.

Die Anforderungen an eine Tanzschul-/Tanzlehrersoftware sollten sein

  1. dass sie zuverlässig Musik abspielt und absturzfrei läuft und
  2. eine leistungsstarke Verwaltung der Musikdateien ermöglicht.

Für mich gibt es nur eine Option für das Verwalten und Abspielen von Mediendaten: Das JRiver Media Center (MC).

Der Leistungsumfang ist gigantisch. Und jedes einzelne Feature ist sauber implementiert! Einzig der Bedienkomfort ist für manche Spezialfunktionen nicht ganz auf der Höhe.

Das JRiver Media Center…

  • unterstützt mehrere Soundkarten -> Multiroom tauglich,
  • kann als Server und Client über LAN/WLAN oder Internet zum streamen eigener Inhalte verwendet werden,
  • unterstützt DLNA,
  • bietet leistungsstarke, qualitativ hochwertige Videoabspielengine,
  • startet schnell, auch bei Sammlungen mit mehr als 100.000 Liedern,
  • hat eine sehr schnelle Suche, auch bei extrem großen Sammlungen,
  • unterstützt die Anzeige auf einem externen Monitor von Tanz, Zeit, Restzeit, u.v.m.,
  • keine Jahresgebühr (einmal kaufen = „ewig“ nutzen),
  • unterstützt Fernbedienungen (IR und RF),
  • hat absolut frei konfigurierbare Tastenbefehle (auch global),
  • läuft unter Windows, Mac und Linux,
  • lässt ich über Apps für Windows Phone, Android und iPhone steuern,
  • erstellt dynamische Playlisten basierend auf Metadaten,
  • hat geringe Lizenzkosten,
  • kann auch deutsch 😉

Die Highlights bezogen auf den Einsatz im Tanzunterricht und Tanzschulbetrieb will ich ein bisschen genauer vorstellen 🙂

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a) Anzeigen für Kursteilnehmer

Gerade auf Tanzpartys werden Tänze gerne angesagt, um die Tanzschüler zu unterstützen. Mit dem JRiver Media Center kann man den Tanz zusätzlich (oder stattdessen) auf einem (externen wie internen) Monitor anzeigen lassen. Ich nutze das im Unterricht immer gemeinsam mit einer Restzeitanzeige. Das ist sowohl für mich (wie viel Zeit habe ich noch, um weiter Einzelgespräche zu führen?) als auch für die Schüler (lohnt es sich noch, jetzt noch mal von vorne anzufangen, oder tanzen wir lieber nur die neue Figur) angenehm. Das Feedback zu dieser Funktion war bis jetzt immer und ausschließlich positiv.

Ich habe folgende Variationen der Anzeige im Einsatz:

Anzeige des Tanzes zusammen mit der verbleibenden Laufzeit des Liedes. Benutze ich fast immer im Unterricht und oft auch auf Tanzveranstaltungen.

Nur Restzeitanzeige. Wenn mal eine „Tanzratestunde“ stattfinden soll.

Wenn der Monitor mal kleiner ist, gibts nur die Abkürzungen zu sehen.

Nur der Tanz. Wenn keiner merken soll, dass man kein Lied zuende laufen lässt 😉

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b) Server/Client Anwendung (Musikstreaming)

Für Tanzschulen mit mehreren Räumen ist die Frage interessant, wie man die Musik über alle Räume verteilt bekommt. Mit dem JRiver Media Center ganz einfach. Sowohl alle Räume mit gleicher Musik zu beschallen, als auch mit unterschiedlicher Musik ist leicht umsetzbar.

JEDER Rechner kann sowohl als Server, als auch als Client benutzt werden und man kann von jedem Rechner aus jeden anderen fernsteuern. Man kann also einen separaten Rechner bereitstellen, auf dem alle Musik liegt und der als Server dient, oder man benutzt einen der sowieso vorhandenen Rechner als Server und gleichzeitig als Abspielgerät. Die Daten können vom MC über LAN, WLAN oder auch übers Internet verteilt werden (mit Passwortschutz).

Es ist NICHT erforderlich, dass auf jedem Rechner alle Musik vorhanden ist. Die muss nur einmal zentral vorhanden sein und wird von dort aus gestreamt.

Auch Software für Windows Phone, Android und iPhone ist vorhanden, so dass auch vom Handy und Tablet aus Musik gemacht werden kann. Oder man benutzt sein Smartphone „nur“ als Fernsteuerung. Alles ist möglich.

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c) Kosten

Das Programm kostet 50$ und kann dafür auf allen tanzschuleigenen Rechnern installiert werden. Es entstehen also keine besonders hohen Lizenzkosten. Alle hier beschriebenen Features sind Bestandteil des Programms und kosten NICHT extra. Man kann aber nicht benutzte Funktionen deaktivieren um das Programm übersichtlicher zu gestalten. Lediglich die Apps für Smartphone und Tablet müssen teilweise separat gekauft werden.

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d) Nachteile

Wo Licht ist, da ist auch immer Schatten.

Ein gravierender Nachteil gerade für Tanzschulen ist die schwer erreichbare und schlecht zu bedienende Tempo Kontrolle. Mal eben ein Lied schneller oder langsamer drehen ist kaum möglich. Seit Jahren stehe ich den Entwicklern deswegen auf den Füßen und vor kurzem haben sie endlich eine Schnittstelle genau dafür integriert, leider fehlt mir bis jetzt das Know-How, diese zu benutzen.

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III. Der Schlüssel zum Erfolg: Metadaten / Tags

Ich habe schon sehr viele Musiksammlungen gesehen, die über Dateinamen und Ordner oder Playlisten strukturiert werden.

Gerade das Verwenden von Ordnern und Dateinamen ist höchst unflexibel. Jede Datei kann nur einen Namen haben und nur in einem Ordner liegen. Immerhin ein kleiner Schritt nach vorne sind Playlisten: hier kann jede Datei beliebig vielen Listen zugeordnet werden. Etwas unglücklich daran: sie müssen von Hand gepflegt werden und man sieht den Dateien selber nicht an, in welchen Playlisten sie enthalten ist.

Wir brauchen also mehr.

Höchste Flexibilität sichert man sich, wenn man die Dateien mit Metadaten bestückt. Metadaten (oft auch als „Tags“ bezeichnet) werden in die Datei geschrieben oder in einer Datenbank verwaltet. Sie sind quasi digitale Etiketten für die Musik.

Standardtags (wie Interpret, Album, Titel, Genre) werden von jedem Programm vorgegeben. Sinnvoll ist, ein Programm zu verwenden, mit dem man die Anzahl der Tags beliebig verändern und erweitern kann, um auch für Informationen wie „Tanz“ ein Feld zu haben.

Das absolute Minimum für jede Musiksammlung ist die Pflege von Interpret und Titel, damit Lieder gefunden werden können. Selbstverständlich kann man diese Infos in den Dateinamen packen. Z.B.:

Elton John . Can You Feel the Love Tonight . Rumba, Blues . 15tpm . langsam.mp3

Aber wenn man Musik nach Tänzen sortieren möchte oder nach Geschwindigkeit (tpm), dann wird es schwer. Auch das Hinzufügen von Informationen oder das ändern der Reihenfolge im Dateinamen ist nicht trivial.

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a) Relevante Metadaten für Tanzlehrer/Tanzschulen

Das richtige Programm ist gefunden? JRiver Media Center 😉

Dann jetzt die Frage: welche Metadaten sollte ich einpflegen? Ich habe über die Jahre folgendes Set entwickelt, mit dem der Bedarf eines Tanzlehrers und einer Tanzschule sehr gut abdecken sein sollte:

  • Interpret, Titel (ggf. auch das Album)
    Der Standard. Das hat mit Tanzmusik noch nichts zu tun, aber man will ja seine Lieder kennen, wiederfinden und Liedwünsche erfüllen können, nicht wahr?!
  • Tanz
    Das Wichtigste für den Einsatz im Tanzunterricht. Hier gebe ich alle Tänze ein, die für das jeweilige Lied passen.
  • Auftakt
    Bei manchen Liedern wartet man eine halbe Ewigkeit auf den ersten deutlichen Taktschlag. Bei Fortgeschrittenen kann das u.U. in Ordnung sein, bei Anfängern sicherlich etwas unglücklich. Genauso auf Tanzpartys, wenn die Stimmung gerade hochgehalten werden soll. Daher erfasse ich hier die Zeit die vergeht, bis der Takt deutlich hörbar wird.
  • Geschwindigkeit (in tpm oder bpm (Takte/Beats pro Minute))
    Der erste Wiener Walzer und dann direkt Originaltakt? Meist keine gute Idee!
    Um solche Fehlgriffe zu vermeiden, lasse ich das JRiver Media Center die Geschwindigkeit berechnen und eintragen. Die Rechenergebnisse bei Discofox und Cha Cha sind immer sehr gut, bei Tango und Jive allerdings eher abenteuerlich. Dann kann ich eingreifen und den Takt manuell überschreiben.
  • Bewertung
    In der Bewertung bewerte ich auf einer Sterne-Skala von eins bis fünf wie mir das Lied gefällt.
  • Tanzbarkeit
    Major Tom von Peter Schilling – klasse Song – 5 Sterne
    Aber zum tanzen eine eher schlechte Wahl.
    Adios Amigo von El Barrio – schreckliches Lied – 2 Sterne
    Aber ein hervorragender Tango!
    Und eben genau weil Tanzbarkeit und das Gefallen eines Liedes nicht zusammenfallen müssen, bewerte ich auch die Tanzbarkeit meiner Lieder. Ebenfalls auf einer 5er-Skala.
  • Stimmung (Mood)
    Zur Abwechslung mal ein ruhiger Cha Cha? Da hätte ich Wicked Games von Parra For Cuva feat. Anna Naklab. Damit auch solche Suchen klappen und ich nicht schon zu Beginn einer Party oder einer Tanzsstunde einen Rauswerfer-Slowfox spiele, bewerte ich die Stimmung ebenfalls auf einer 5er-Skala.
  • Notizen/Hinweise
    Wenn ein Lied z.B. Taktwechsel oder Pausen enthält oder besonders untypisch ist, dann schreibe ich das in ein Freitextfeld.
  • Sperre
    Super tanzbar und ein tolles Lied, trotzdem sollte es nicht „aus Versehen“ im Unterricht laufen? Ich denke an sowas wie den Cha Cha „Selbstmord“ von SDP. Kann cool sein, aber nicht im normalen Unterricht. Dafür gibts ein Ankreuzfeld, in denen „kritische“ Lieder markiert werden.
  • Genre
    Nützlich, falls man Schlagerfans im Kurs hat. Oder (was natürlich viel öfter passiert): Schlagerhasser. Nutze ich zwar, lege ich aber nicht sooo viel wert drauf, vor allem weil mir oft das Wissen fehlt, um Lieder zuordenen zu können. Oder wer kennt den genauen Unterschied zwischen Classic Rock, Rock, Alternative Rock, Poprock, Hardrock, Indierock und Soft Rock?
  • Erscheinungsjahr, Gesang, Sprache
    Sicherlich nicht unbedingt nötig, aber „nice to have“ 🙂 Insbesondere für die nächste 80er-Jahre Motto-Party 😉

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b) Wozu die ganzen Daten?

Mit Hilfe der Daten kann auch jemand die Musiksammlung nutzen, der sie nicht kennt. Anhand der Kategorien ist es auch ohne Kenntnis der einzelnen Lieder möglich, einen lateinamerikanischen (Genre Latin) Cha Cha (Tanz Cha Cha) zu finden, der einen deutlichen Takt (Tanzbarkeit 4 oder 5 Sterne) und Turniertempo hat (TPM 30-32) und mit Gesang ist.

Eine Ansicht mit Lieder könnte dann wie folgt aussehen:

Natürlich ist es nicht ganz leicht unmöglich, bei der Fülle an Daten schnell etwas zu finden. Aber genau das soll ja eines der Ziele sein: schneller Überblick, auch für Nutzer, die mit dem Programm und der Sammlung nicht vertraut sind.

Erst wenn die Software beginnt, die Meta Daten zu verarbeiten und aufzubereiten, wird es interessant. Dazu zwei Beispiele. Einmal die Verwendung von Indikatoren in der Anzeige und einmal die automatische und dynamische Selektion von Liedern.

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Indikatoren

In der Tanz-Spalte werden Indikatoren für „langsam“ und „schnell“ angezeigt und Ausrufezeichen, wenn das Lied in der Kategorie Tanzbarkeit oder Bewertung weniger als drei Sterne hat oder mit einem Sperrvermerk versehen ist.

Ein schneller Blick auf die Tanzspalte genügt daher, um die gröbsten Schnitzer zu vermeiden. Weil die Software mitdenkt, muss man also nicht permanent alle Daten im Blick haben.

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Dynamisch automatisch Listen

Außerdem und viel wichtiger: die Daten lassen sich hervorragend nutzen, um dynamisch automatische Listen zu erstellen.

Interessant ist das z.B. beim Warmtanzen, denn dort ist die Liedauswahl oft ein bisschen speziell. Hier sollten nicht unbedingt die besten Lieder „verbraten“ werden (5 Sterne), aber auch nicht die schlechtesten Lieder (1 oder 2 Sterne) laufen. Damit das Warmtanzen nicht zu lange dauert, soll jedes Lied maximal 2:20 Minuten lang sein. Es sollen keine Schlager und keine Weihnachtslieder laufen. Es sollen natürlich nicht jede Woche die gleichen Lieder sein und auch die Reihenfolge soll von Woche zu Woche variieren.

Dank der Meta-Daten kein Problem!

Ein komplett anderes Szenario ist das Turniertraining und hier besonders das Endrundentraining: die Kriterien oben passen weitgehend, allerdings sollte hier die Liedlänge zwischen 1:30 und 2:00 liegen und es muss eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden. Außerdem können gerne auch Tänze mit schwerer hörbaren Takt dabei sein.

Auch das lässt sich selbstverständlich einrichten.

Fast permanent nutze ich die Möglichkeit, Lieder für bestimmte Leistungsgruppen auszufiltern:

  • Einsteiger: Beim ersten Tanz ist der Takt sehr wichtig. Hier kommt es darauf an Lieder zu spielen, die ein Gefühl für die Stimmung des Tanzes vermitteln.
  • Anfänger: Die Lieder müssen nicht die besten sein (man ist ja eh zu beschäftigt mit den Schritten, um die Musik richtig wahrzunehmen), Hauptsache der Takt ist sehr gut hörbar und durchgängig 🙂
  • Fortgeschrittene: es darf ruhig mal ein bisschen schwerer sein den Takt zu finden, aber die Musik sollte schön sein; denn wenn die Schritte erst mal laufen, nimmt man auch die Musik besser wahr.

Und damit ich hier nicht immer aus dem ganzen Pool die passenden Lieder raussuchen muss, kann mein Programm dank der Metadaten die Vorauswahl treffen.

Für mich war es immer anstrengend, die Musik für Discofoxkurse zusammenzustellen. Man möchte Abwechslung bieten, muss die richtige Mischung aus Evergreens, modernen Stücken und Schlager finden und natürlich die Geschwindigkeit beachten. Ich mache das nicht mehr selber, weil die Software besser und vor allem viiiiel schneller ist. Meine Vorgaben für eine Stunde Discofoxkurs:

  • 18 Lieder
  • 31-33 Takte pro Minute (berechnet das Programm selber)
  • kein Lied länger als 4:30, keins kürzer als 2:00
  • 15% Schlager, 15% Dance, 65% Rock/Pop, 5% sonstige
  • 4-5 Sterne bei Tanzbarkeit und Gefälligkeit
  • Auftakt maximal 30 Sekunden
  • innerhalb der laufenden Woche dürfen die Lieder schon gelaufen sein
  • aber nicht in der letzten oder vorletzten Woche

Auch hier genügt ein Mausklick und die Liste ist fertig!

Der Clou dabei ist: die Listen werden automatisch auf Basis der erfassten Metadaten erstellt und sie werden dynamisch erstellt. Das heißt, bei jedem neuen Aufruf werden auf Basis der vorgegebenen Kriterien die Lieder neu ausgewählt.

Eine riesige Arbeitserleichterung und vor allem: Verbesserung. Wenn man ohne das System während des Unterrichts schnell ein paar Lieder raussuchen muss, wird man immer auf die zurückgreifen, die man sicher kennt. Oder man muss (sollte) vorher nochmal schnell reinhören.

Mit meinem System kann man sich auch schonmal blind auf die Software verlassen.

Setzt natürlich die richtige Software und die richtigen Metadaten voraus 😉

Und so könnte das im JRiver Media Center aussehen:

Links oben können Leistungsgruppen vorgewählt werden, links unten können weitere Kategorien dazu gewählt werden. Auch jemand, der das Programm noch nie bedient hat, kann so schnell Unterricht mit guter und passender Musik machen.

Neuen Nutzern gebe ich immer einen kleinen (nicht mehr ganz aktuellen) Bogen an die Hand, der die zentralen Funktionsweisen des Programms knapp erklärt.

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IV. Fazit

Und jetzt? Was ist das Fazit?

Das Wichtigste: es ist möglich, die gesteckten Ziele zu erreichen. Eine gut gepflegte Datenbank ermöglicht das schnelle Auffinden von Liedern, egal, ob man die Sammlung (und das Programm) kennt, oder nicht. Das erhöht die Qualität des Unterrichts, weil Musik gespielt werden kann, die

  1. abwechslungsreicher,
  2. besser tanzbar und
  3. schöner

ist und gleichzeitig weniger „Tanzlehrerzeit“ beim suchen der Musik verloren geht.

Das Problem dabei: die Pflege der Metadaten kostet Zeit. Extrem viel Zeit. Ich schaffe pro Stunde 15 bis 30 Lieder. Dumm für mich: weil ich das System mit der Zeit immer weiter optimiert und erweitert habe, musste ich alle Lieder mehrfach anfassen, um die neuen Informationen zu ergänzen. Das ist natürlich frustrierend.

Ich kann daher nur jedem empfehlen, die eigene Datenbank von Anfang an sorgfältig zu pflegen!

Meinen Fokus bei der Ergänzung der Metadaten habe ich zur Zeit auf Tanzmusik gelegt. Hier bin ich daher auf einem guten Weg. Immerhin knapp 3.000 tanzbare Lieder habe ich mit vollständigen Informationen versehen. Wenn man die für den Tanzunterricht nicht ganz so wichtigen Tags „Gesang“ und „Stimmung“ nicht berücksichtigt, dann habe ich rund 4.500 tanzbare Lieder, die das Programm in automatischen Listen berücksichtigt. Das ist schon ganz schön komfortabel 🙂

Andererseits kostet nicht nur die Pflege der Datenbank (also der Metadaten/Tags) Zeit, sondern auch die Ersteinrichtung des Programms. Natürlich kann das Programm sofort, „out-of-the-box“, Musik abspielen, auch ohne besondere Einrichtung. Aber die Programmierung der dynamisch-automatischen Listen, das Erstellen der speziellen Ansichten für Tanzlehrer usw. dauert ein bisschen.

Aber ich bin davon überzeugt: es lohnt sich! Und falls Ihr darüber nachdenkt, ein vergleichbares System aufzusetzen, kennt Ihr ja jetzt immerhin jemanden, mit dem Ihr Euch austauschen könnt 😉

Testlauf Tanzpartymusik

Bei der letzten Tanzparty habe ich getestet, ob ich mich blind auf die Software verlassen kann. Und so ist es gelaufen:

Bedingungen 1 | Der Rahmen

  • Dauer:
    • 3 Stunden
    • keine Unterbrechungen
  • Tänze:
    • LW, SF, TG, QS, WW
    • CC, RB, SA, JI
    • Discofox, Night Club Twostep, Westcoast Swing, Boogie, Rock’n’Roll
  • ich stehe während der Veranstaltung nicht am DJ-Pult1

Bedingungen 2 | Mein Anspruch

  • keine Lieder doppelt
  • keine feste Reihenfolge der Tänze
  • keine sich wiederholenden Tanzfolgen
  • populäre Tänze (CC, DF) häufiger als unpopuläre (SF, WCS)
  • maximale Vorbereitungszeit 5 Minuten
  • nicht als Musik „aus der Dose“ zu erkennen
  • nicht irgendwie schlechter als meine von Hand zusammengestellten Listen

Zwei Schritte waren nötig, um das Ziel zu erreichen.

Schritt 1 | Der Liederpool

Ich habe dem Programm als erstes beigebracht, nach welchen Kriterien es Lieder aussuchen soll, die für eine Tanzparty geeignet sind. Um hier möglichst flexibel zu bleiben, habe ich für jeden Tanz einen eigenen Liederpool erstellen lassen. So kann ich bei Bedarf für verschiedene Tänze unterschiedliche Kriterien anlegen.

Das war zwar zeitaufwendig, aber sehr einfach.

Grob gesagt nimmt die Software alle Lieder, die zwischen zwei und vier Minuten Dauern (bei Jive und Wiener Walzer lieber was weniger 😉), die schön sind (vier bis fünf Sterne Wertung), die gut bis sehr gut tanzbar sind und einen Auftakt von weniger als 30 Sekunden haben.

Schritt 2 | Die Party-Playliste

Schwieriger als die Auswahl der Lieder ist die konkrete Zusammenstellung der Playliste. Einfach eine Liste mit einem definierten Mischungsverhältnis und einer vorgegebenen Länge zusammenstellen lassen wäre extrem einfach. Aber die Tänze sollten einigermaßen gleichmäßig über den Abend verteilt sein. Wäre unglücklich, wenn z.B. in der ersten halben Stunde alle Langsamen Walzer laufen würden und den restlichen Abend kein weiterer mehr.

Ich habe das gelöst, indem ich einzelne Blöcke (6-10 Lieder) mit vorgegebener Sortierung erstellen lasse, die ich manuell zusammenschiebe. So ist die sinnvolle Verteilung gesichert.

Außerdem sorge ich so dafür, dass der Einstieg in die Veranstaltung besonders stimmungsvoll ist. Für den ersten Block habe ich dafür zusätzliche Kriterien eingebaut.

Bewertung 1 | Die Vorbereitungszeit

Das Programmieren der Listen hat ziemlich lange gedauert. Aber das ist ja nur Vorarbeit. Das unmittelbare Zusammenstellen der Liste für drei Stunden Tanzparty hat nur noch 2 Minuten gedauert!

Ein riesiger Fortschritt im Vergleich zu vorher, als ich die Playlisten Lied für Lied von Hand zusammengestellt habe. Natürlich konnte ich dabei auf alte Listen zurückgreifen, aber mein Anspruch ist, dass jede Tanzparty-Playliste (zumindest ein kleines bisschen) einmalig ist.

Bewertung 2 | Der Veranstaltungsverlauf

Vielleicht war es ein bisschen vorschnell, die erste automatische Liste ohne kritischen Blick einfach laufen zu lassen, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt 🙂

Nur zweimal musste ich eingreifen: weil ich mich während der Programmierung verzählt hatte, liefen zwei Wiener Walzer hintereinander und drei Slowfox-Lieder.

Abgesehen davon war der Testlauf ein voller Erfolg! Es gab keine Musikbeschwerden, mir selber hat die Musik gefallen und die Fläche war stets mit Tänzern gefüllt.

Ein Paar, das (wie alle anderen Teilnehmer auch) nichts von dem Testlauf wusste, meinte, dass sei das erste mal, dass ich gute Rumba-Lieder laufen lasse. Ich nehme das mal als Kompliment 🙂

Bewertung 3 | Mein Fazit

Ich hatte starke Zweifel, ob meine Algorithmen Tanzmusik machen können, mit der ich zumindest meine eigenen Ansprüche erfüllen kann.

Aber ich kann sagen: es ist mir gelungen!

Für die Zukunft werde ich noch ein paar weitere Blöcke programmieren, damit ich noch flexibler bin und problemlos auch über fünf Stunden beschallen kann. Wirklich notwendig ist das zwar wahrscheinlich nicht, aber man darf die eigenen Ansprüche ja nie zu niedrig ansetzen 😉

________________

[1] Nicht etwa, weil ich das nicht will, sondern weil ich mit meiner Partnerin als Vertreter der Tanzschule dort bin und für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung stehen soll. Und da das Programm gut lesbar die Tänze auf dem Monitor anzeigt, ist die Ansage der Tänze auch überflüssig. (zurück zur Textstelle)

ABUS: die Profis in Sachen Sicherheit

Zuletzt hatte ich mein Fahrrad angelehnt gegen einen Baum abgestellt. Als ich es wieder nutzen wollte, war es umgekippt. Wobei es weniger gekippt aussah, als vielmehr „runtergerutscht“. Dem Fahrrad ist nichts passiert (und keine Angst: dem Baum natürlich auch nicht).

Abgeschlossen hatte ich das Fahrrad auch. An einen Fahrradbügel. Mit einem Schloss von Abus. Zugegeben, mit einem, von dem die mir damals im Fahrradladen abgeraten haben. Jetzt weiß ich auch warum. Denn so lag das Schloss neben meinem Fahrrad:

[onedrivefile id=“file.e9b943a58062c4b1.e9b943a58062c4b1!276262″]

Fall man es nicht erkennt: das Zahlenschloss ist immer noch verschlossen, jedoch ist der Teil, der die Kette mit dem Zahlenschloss verbindet einfach weggebrochen.

Wenn man also sein Fahrrad mit dem billigsten Zahlenschloss von Abus sichert und den Zahlencode vergessen hat, einfach mal kräftig Rucken und mit ein bisschen Glück braucht man zwar ein neues Schloss, kann aber immerhin mit seinem Fahrrad zum Laden radeln…

Erfahrungen mit dem Kundenservice…

…der BEV (Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH)

Neulich hatte ich zwei Anrufe einer unbekannten Nummer mit aus Bayern stammender Vorwahl auf meinem Telefon. Ich rief zurück.

Es war unser Stromversorger, dessen Vertragspartner ich nicht bin, aber bei dem wir wegen meiner besseren Erreichbarkeit meine Nummer angegeben haben.

Ich wurde zum zuständigen Bearbeiter weitergeleitet. Nach einem kurzen Datenabgleich merkte der: ich bin nicht Vertragspartner, daher kann er mit mir nicht sprechen. Ok, also bekam er von mir die „richtige“ Telefonnummer.

Eine halbe Stunde später wieder ein Anruf der BEV. Ich konnte ihn nicht annehmen und habe ihn einfach ignoriert. Ein paar Tage später wieder ein Anruf. Diesmal rufe ich zurück und im Callcenter sagt man mir eine Frau xy hätte versucht mich zu erreichen, warum wisse man nicht, sie würde sich aber nochmal innerhalb der nächsten 15 Minuten melden.

So geschah es. Mit mir allerdings konnte sie nicht reden, weil ich nicht Vertragspartner bin. Also habe ich ihr nochmal die richtige Nummer gegeben. Und später habe ich auch erfahren, um was es ging: uns wurde eine Vertragsverlängerung angeboten.

Ein paar Tage später ging wieder mein Telefon. Wieder die BEV. Ich rief zurück, klärte die Mitarbeiterin über den Sachstand auf und bat darum, meine Telefonnummer zu löschen. Sie folgte meiner Bitte. Wir glichen nochmal zusammen die verbleibende „richtige“ Nummer ab und alles fand sein Ende. Endlich 🙂

Bis heute. Nach zwei Wochen rufen die schon wieder bei mir an. Ich frage mich, was bei denen schief läuft. Und was es bei denen heißt, wenn die sagen „So, Ihre Nummer ist jetzt aus dem System entfernt, wir haben jetzt nur noch die Nummer xy hier stehen“.

Nachtrag: sie haben noch zweimal bei mir angerufen. Ich habe dann nochmal zurückgerufen. Die neue, korrekte Nummer hatten sie fehlerfrei erfasst. Meine Nummer haben sie jetzt „nochmal“ gelöscht, denn mit mir können sie natürlich immer noch nicht reden, obwohl sie es so sehr wollen…

Das neue Windows? (Teil 2)

Was ist denn da in der Microsoft Werbeabteilung los? Haben die noch uralte Newsletter gefunden, die zu schade zum wegwerfen waren!? Heute kommt der zweite Teil der Reihe mit wertvollen Tipps für das „neue“ Windows. Und was gibt es heute für tolle Tipps?

Unter anderem:

Klasse, denn in einem Monat wird nicht nur Windows 8.1 von Windows 10 abgelöst, sondern auch der Internet Explorer von Edge (immerhin bleibt das Logo des Edge fast gleich, so dass der Tipp nicht ganz wertlos ist).

Aber es kommt noch besser! Der nächste Tipp ist sogar auf mehreren Ebenen dämlich:

Ok, Microsoft erklärt uns also, wie man den PC ausschaltet?! Ernsthaft?! Sollte den Entwicklern und vor allem den UI Designern zu denken geben!

Ach ja, das hat es ja auch! Denn seit dem letzten großen Update für Windows 8.1 im April 2014 (!!) gibt es den Button zum ausschalten gut sichtbar rechts oben auf dem Startbildschirm. Es wird sich also niemand mehr fragen müssen, wie man das System ausschalten kann…

Nutzen die Newsletterschreiber vielleicht Samsung Laptops und haben seit über einem Jahr keine Updates mehr bekommen?!

Das neue Windows?

Heute verschickt Microsoft einen Newsletter, der der erste einer Reihe von Newslettern zu diesem Thema sein soll:

Ende Juli soll Windows 10 erscheinen. Es löst Windows 8.1 ab, das am 18.10.2013 offiziell freigegeben wurde. Oben im Newsletter steht

Das neue Windows ist stets die beste Wahl.

Im darauffolgenden Absatz ist dann davon die Rede, dass man

neue Funktionen, Apps und Einstellungen von Windows 8.1

kennen lernen kann. Zwangsläufig entsteht beim Leser die Verknüpfung, Windows 8.1 sei „das neue Windows“. Einen Monat bevor die neue Version rauskommt schon ein bisschen seltsam.

ALLE im Newsletter vorgestellten Funktionen (nämlich die Startseite, Live Tiles, Charms) gibt es schon seit Windows 8, dass seit Oktober 2012 erhältlich ist. Diese Dinge als „neu“ zu bezeichnen ist vor dem Hintergrund auch eine zumindest interessant…